Genealogie-Nachrichten im Dezember verdrängt?

Ist das Thema Ahnenforschung für die Medien uninteressant geworden, weil es hierzu nichts Neues zu berichten gibt? Oder haben andere Themen, wie die Gefährdung von Weihnachten durch die Corona-Epidemie die Genealogie-Nachrichten im Dezember einfach nur verdrängt?

Die Frage stellt sich (mir), wenn ich die „Ausbeute“ in meiner Presse-Schau aus dem 2. Halbjahr 2020  betrachte, die unter dem Label „Genealogie aktuell“ hier auf herkunft-inform.de gesammelt sind. Warum das so ist, und ob es dann andere Informationsquellen für Genealoginnen und Genealogen gibt, … Schau’n wir mal!

Genealogie-Nachrichten verdrängt
"Genealogie aktuell", die Pressse-Schau zum Thema Ahnenforschung

Genealogie-Nachrichten bei herkunft-inform

Waren es im November 2020 noch 17 Links zu Medienveröffentlichungen und zwei eigene Meldungen nach sogar 18 Verlinkungen und zwei Meldungen im Oktober, so hat nun, im Dezember, bis dato lediglich ein einziger Artikel den Weg in die Übersicht gefunden. Woran das liegen mag, darüber lässt sich nur spekulieren. Meine Vermutung: Das Thema Ahnenforschung, das ja fast immer mit der Berichterstattung über die genealogischen Entdeckungen oder Publikationen einer Person oder Institution verbunden ist, wurde verdrängt durch den teilweisen „Shut-down“, also die Beschränkung von persönlichen Kontakten. Wenn Reporter*innen die Familienforscher oder die Archive nicht besuchen und mit den Protagonisten ihrer Reportage persönlich sprechen und auch keine Fotos schießen können, dann fehlt der „human touch“.

Vielfältiges im CompGen-Blog

Anders ist es da zum Beispiel bei den Kollegen vom CompGen-Blog, die in letzter Zeit (fast) täglich etwas Berichtenswertes „in der Szene“ oder in verwandten (!) Bereichen entdecken. Da geht es dann um die Online-Veröffentlichung der Kölner Garnisonskirchenbücher, Archivnachrichten, Updates für Namensverbreitungskarten und sogar um etwas „bizarre“ Stellenausschreibungen. Hier „menschelt“ es zwar nicht so wie in den Tagesszeitungen, die ja gern mit Lokal-Prominenz punkten, aber das übergreifende Interesse Ahnenforschung hat sooo viele Aspekte, dass jede und jeder etwas für den eigenen Wissensdurst findet.

Vorträge und Treffen im Netz

Corona hat die Welt verändert, auch die Welt der Ahnenforschung! Statt Archiv- und Standesamtsbesuchen werden die – zum Glück nun immer mehr verfügbaren – Digitalisierungen im Internet genutzt. Zur Kommunikation und zur Unterstützung bei Hilfeersuchen dienen Foren und Mailinglisten. Vorträge werden über Video-Plattformen wie ZOOM oder MS Teams übertragen und können sogar zeitverzögert noch angeschaut werden, wenn sie aufgezeichnet und ins Netz gestellt werden. Vor allem der Ahnenforscherstammtisch Unna und seine „Motoren“, Georg Palmüller und Nancy Myers sind hier sehr engagiert. Sie stellen ihre Plattform und ihr Know-how inzwischen auch anderen Vereinen zur Verfügung und bieten technische Hilfestellung für Vorträge und Diskussionen.

Genealogie-Nachrichten wurden im Dezember also nicht komplett verdrängt, sondern sie sind nur in ein anderes Medium umgezogen – und damit vielleicht sogar für mehr Menschen erreichbar als nur für die Leserschaft von regionalen oder lokalen Blättern oder Sendern.

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